Bergmannsheil – Universitätsklinik,
Medizinische Klinik und Poliklinik, Abteilung
für Pneumologie, Allergologie und
Schlafmedizin, Bochum
Einleitung
Die Basis für das Verständnis der
gestörten Atmung im Schlaf bildet die
Atmungsphysiologie. Die Regulation der Atmung
ist sehr komplex. Verschiedene Rückkopelungs-
und Steuermechanismen zur Abstimmung der an
der Atmung beteiligten Systeme spielen eine
wesentliche Rolle. Die Funktionsänderungen
dieser Systeme erlangen beim Übergang vom
Wach- zum Schlafzustand besondere Bedeutung (Raschke
et al. 1993). In den folgenden Ausführungen
sollen in vereinfachter Form die
physiologischen Veränderungen von Atmungs-
und auch Kreislauffunktionen während des
Schlafes als Grundlage für die Entstehung
schlafbezogener Atmungsstörungen dargestellt
werden. Fernerhin soll das obstruktive
Schlafapnoe-Syndrom, welches die häufigste
Form der schlafbezogenen Atmungsstörungen
darstellt, beschrieben werden.
Schlafstadieneinteilung
Der Schlaf ist eine rhythmische Folge
verschiedener Schlafphasen. Er kann anhand von
Elektroencephalogram (EEG, „Gehirnschrift"),
Elektrookulogramm (EOG, Messung von
Augenbewegungen) und Elektromyogramm (EMG,
Messung der Muskelspannung) in verschiedene
Schlafstadien eingeteilt werden
(Rechtschaffen, Kales 1968). Während des
Schlafes werden die Schlafstadien mehrfach
durchlaufen. Die erste REM (rapid eye movement
= schnelle Augenbewegungen)-Phase, also der
erste sog. Traumschlaf, tritt nach ca. 90
Minuten ein. In den frühen Morgenstunden
kommt es zu einer Zunahme der Häufigkeit und
zeitlichen Ausdehnung dieser REM-Perioden,
während das Tiefschlafstadium 4 in der Regel
nicht mehr erreicht wird (Abb. 1)
Abb. 1: Wechsel der Schlafstadien während
eines achtstündigen Nachtschlafes (sog.
Schlafprofil oder Hypnogramm) bei einem
gesunden Probanden (N/REM non/rapid eye
movement)
Atmung und Kreislauf im Schlaf
Im Schlaf kommt es zu einer Abnahme des
Atemantriebes. Hierfür ursächlich ist vor
allem die Abnahme der Chemosensitivität, d.h.
der Atemantwort auf Veränderungen des
Sauerstoff- oder Kohlendioxidgehaltes des
Blutes während des Schlafes (Douglas et al.
1982, Phillipson et al. 1977). Hinzukommt ein
schlafabhängiger Verlust der dem Willen
unterliegenden Einflüsse auf die Atmung.
Durch Abnahme der Atemtiefe wird das
Atemvolumen pro Minute im Schlaf meßbar
erniedrigt.Vonseiten des Kreislaufes kommt es
zu einer Abnahme des Herzschlages und des
Blutdruckes sowie zu einer, wahrscheinlich
lageabhängigen Steigerung des
Lungenblutdruckes (Tab. 1).
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Tabelle 1: Physiologische Veränderungen
der Atmung und des Kreislaufs im Schlaf
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- Abnahme des Atemantriebs
- Abnahme des Atemminutenvolumens
- Schwächung von Schutzmechanismen
gegenüber
Sauerstoffabfall oder Kohlendioxidanstieg
- Zunahme des Lungenblutdrucks
- Abnahme des Herzschlages
- Abnahme des Blutdrucks
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In den verschiedenen Schlafstadien kommt es
zu spezifischen Veränderungen von Atmung und
Kreislauf. Im Non-REM-Schlaf, der die
Schlafstadien 1-4 umfaßt, ist die Kontrolle
der Atmung entscheidend von der Reaktion des
Atemzentrums auf Blutgasveränderungen, also
Sauerstoffabfall oder Kohlendioxidanstieg
abhängig (Krause et al. 1988). In den
Schlafstadien 1 und 2 zeigt die Atmung
periodischen „wellenartigen" Charakter,
d.h. die Atemtätigkeit kann unregelmäßig
sein. Es können vor allem zentrale Apnoen,
also Atemstillstände aufgrund eines fehlenden
zentralen Atemantriebes, auftreten. Diese
Apnoen dauern allerdings in der Regel nie
länger als 10-15 Sekunden. In den
Schlafstadien 3 und 4, der Tiefschlafperiode,
liegt dann eine regelmäßige Atmung vor.
In den dazwischenliegenden REM-Schlafphasen
wiederum ist der Atemantrieb stark schwankend.
Die Atmung ist unregelmäßig mit Abflachung
oder Steigerung der Atemtiefe. Wie in den
Schlafstadien 1 und 2 können kurze, zentrale
Apnoen auftreten. Schutzmechanismen gegenüber
Sauerstoffabfällen oder Kohlendioxidanstiegen
sind im Schlaf also auch schon beim Gesunden,
insbesondere im REM- oder Traumschlaf
gegenüber dem Wachzustand deutlich
abgeschwächt (Berthon-Jones et al. 1982,
White et al. 1985). Im Traumschlaf zeigen
Körper- und Lungenblutdruck sowie Herzschlag
eine große Schwankungsbreite. Es kommt
weiterhin zu einer Lähmung der
Skelettmuskeln, die die Schlund- und
Mundbodenmuskulatur miteinbezieht. Lediglich
das Zwerchfell wird nicht gehemmt, es trägt
daher maßgeblich zur Aufrechterhaltung der
Atmung im Schlaf bei (Krause et al. 1988).
Widerstand der oberen Atemwege im Schlaf
Im Schlaf nimmt der Widerstand der oberen
Atemwege zu, insbesondere steigt der
Widerstand im Schlundbereich übermäßig, und
zwar um das Zweifache gegenüber dem
Wachzustand, an (Hudgel et al. 1983). Im
Schlundbereich finden wir einen komplizierten
Mechanismus zum Offenhalten der Atemwege.
Wichtige Muskeln in diesem System sind
Mundbodenmuskeln. Der Schlund des Menschen
neigt aufgrund einiger anatomischer
Besonderheiten zum Kollaps während der
Einatmung, u.a. wegen einer relativ großen
Zunge, die nach hinten fallen kann, und wegen
eines nur in den Weichteilen locker
aufgehängten Zungenbeines. Bei Einatmung
kommt es vor Beginn der Zwerchfell-Aktivierung
zu einer Anspannung der den Schlund
erweiternden Muskeln, damit die oberen
Atemwege nicht durch den bei Einatmung
entstehenden Unterdruck zusammenfallen. Im
Schlaf, insbesondere im Traumschlaf, wird aber
die Anspannung der Muskeln der oberen Atemwege
abgeschwächt, während die des Zwerchfells
durch den Schlaf nahezu unbeeinflußt bleibt.
Hierdurch kann es im Schlaf zu einem
Ungleichgewicht im Zusammenspiel der an der
Atmung beteiligten Muskelgruppen kommen, das
den Weg für einen Kollaps des Schlundes bahnt
(Wiegand et al. 1988).
Alters- und Geschlechtsabhängigkeit von
Veränderungen der Atmung im Schlaf
Vergleicht man gesunde, gleichaltrige,
nicht übergewichtige Menschen in Bezug auf
Störungen der Atmung während des Schlafes,
so lassen sich diesbezüglich keine
geschlechtsspezifischen Unterschiede finden (Catterall
et al. 1985; Krieger et al. 1985). Das in
bisherigen Untersuchungen festgestellte
Überwiegen des männlichen Geschlechtes in
Bezug auf die Häufigkeit des Auftretens
schlafbezogener Atmungsstörungen könnte
durch eine nicht ausreichende Vergleichbarkeit
der Untersuchungsgruppen bezogen auf die
Meßgröße „Körpergewicht" begründet
sein (Catterall et al. 1985). Die Ursachen
für das gehäufte Auftreten schlafbezogener
Atmungsstörungen im Alter sind ebenfalls
nicht vollständig geklärt. Im Alter treten
während der Schlafstadien 1 und 2 des
NREM-Schlafes und während des Traumschlafs
gehäuft Atmungsstörungen auf. Ursächlich
hierfür könnte eine größere Instabilität
des Schlafes beim älteren Menschen sein, bei
dem vor allem Tiefschlafperioden einen
geringeren Anteil an der Gesamtschlafzeit
ausmachen, dafür jedoch relativ mehr Leicht-
und Traumschlaf auftritt (Prinz et al. 1990).
Schlafbezogene Atmungsstörungen in
gesunden Untersuchungsgruppen
Faßt man die Ergebnisse von
Schlaflabormessungen (Polysomnographien), die
bei Gesunden vorgenommen wurden zusammen, so
ergeben sich die in der Tabelle 2
dargestellten Normalwerte für solche
Messungen (Block et al. 1979, Clarenbach et
al. 1993, Hung et al. 1990, Rasche et al.
1993). Die angegebenen Grenzwerte sind nicht
als absolut verbindliche Größen zu
betrachten; vielmehr sollen sie als
Orientierungshilfen verstanden werden.
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Tabelle 2: Normbereiche
polysomnographischer Meßdaten
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Schlaf
Wach-Anteil 5 %
NREM 1 5 %
NREM 2 50 %
Tiefschlaf-Anteil (NREM 3/4) 10-20 %
REM-Anteil 20-25%
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Atmung
Apnoe-Index < (5) - 10/h
Apnoe-Hypopnoe-Index < (5) - 10/h
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Oximentrie
mittlere Sauerstoffsättigung > 90%
minimale Sauerstoffsättigung > 90%
Anzahl von Entsättigungen > 4
%< (5) - 10/h
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Bei jüngeren Probanden sehen wir in der
Regel kaum Sauerstoffentsättigungen unter 90%
(Abb. 2). In der gesamten Nacht liegt die
Sauerstoffsättigung bei ca. 94% ohne
wesentliche Schwankungen.
Abb. 2: Nächtliche Pulsoximetrie (Ohmeda
Biox 3700) bei einem Gesunden
(Originalregistrierung). Erläuterungen siehe
Text
Atmung und Schlaf nach Alkoholgenuß und
Schlafmitteleinnahme
Sowohl Alkohol als auch Beruhigungsmittel
führen zu einer nachweisbaren Veränderung
der Schlafzusammensetzung (Koella et al.
1987). Beim Alkohol kommt es zunächst zu
einem schnelleren Schlafeintritt, die
Tiefschlafzeit wird jedoch verkürzt, ebenso
in der ersten Nachthälfte die Dauer der
REM-Perioden. In der zweiten Nachthälfte
treten dann vermehrt REM-Schlafphasen auf.
Viele Beruhigungsmittel haben eine
vergleichbare Wirkung. Alkohol vergrößert
selbst bei Gesunden die Anzahl und Dauer von
Atemstillständen bzw. Atemabflachungen (Hypopnoen)
im Schlaf (Taasan et al. 1981). Alkohol
fördert das oben beschriebene Ungleichgewicht
zwischen Schlundmuskeln und Zwerchfell im
Schlaf und damit das Auftreten von Schnarchen
und obstruktiven Apnoen (Koella et al. 1987).
Möglicherweise hat Alkohol auch einen
unterdrückenden Effekt auf Schutzmechanismen
der Atmung (Taasan et al. 1981). Alle diese
Wirkungen treten jedoch bei verschiedenen
Menschen in sehr unterschiedlicher
Ausprägung, z.T. auch überhaupt nicht auf,
so daß vermutet werden darf, daß eine
individuelle Neigung eine wesentliche Rolle
spielt.
Zusammenfassend zeigen Atmungs- und
Kreislauffunktionen während des Schlafes
schon beim Gesunden Schlafstadien-abhängig
eine große Schwankungsbreite. Im Schlaf kommt
es durch Abnahme des Atemantriebes zu einer
meßbaren Verminderung des Atemvolumens pro
Minute. Gleichzeitig nimmt der Lungenblutdruck
zu, während Herzschlag und Körperblutdruck
abnehmen. Im leichten sowie im REM (Traum)-Schlaf
können Abflachungen oder Verstärkungen der
Atmung sowie kurz dauernde, vorwiegend
zentrale Atemstillstände auftreten. Körper-
und Lungenblutdruck sowie Herzschlag
unterliegen hier stärkeren Schwankungen.
Insbesondere im Traum-Schlaf tritt ein
Ungleichgewicht zwischen Schlund- und
Zwerchfellmuskulatur auf, das zum Kollaps der
oberen Atemwege bei der Einatmung führen
kann. Übergewicht, Alkohol und Schlafmitttel
können auch beim Gesunden zu einem
häufigeren Auftreten schlafbezogener
Atmungsstörungen führen. Der Schlaf stellt
somit gegenüber der Wachphase einen deutlich
anfälligeren Zustand für Atmung und
Kreislauf dar. Der Schlaf kann somit unter
bestimmten Voraussetzungen krankhafte
Bedeutung erlangen. Ein Beispiel hierfür ist
das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom, das als
die häufigste und wichtigste Form von
Schlafstörungen mit Atemstillständen gilt.
Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom
Beim obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom („obstruere"
lat. = verlegen, verschließen; „Apnoe"
griech. = Atemstillstand) kommt es im Schlaf
zu einer Erschlaffung der Schlund- und
Mundbodenmuskulatur sowie zu einem
Zurückfallen des Zungengrundes.
Schnarchgeräusche entstehen dabei häufig
durch ein flatterndes Gaumensegel. Hierbei
werden die oberen Atemwege zum Teil (=
krankhaftes Schnarchen) oder vollständig (=
obstruktive Schlafapnoe) verlegt (Abb. 3).
Mindestens 2% der Frauen und 4% der Männer
leiden unter einem obstruktiven
Schlafapnoe-Syndrom (Young et al. 1993). Es
ist damit vergleichbar häufig wie etwa die
Zuckererkrankung. Die Folgen der nächtlichen
Atemstillstände äußern sich im wesentlichen
an zwei Organsystemen: 1. dem
Herzkreislaufsystem und 2. dem zentralen
Nervensystem. Durch die Atemstillstände kommt
es einerseits zu Herz- und
Gefäßkomplikationen, weshalb die
Lebenserwartung von unbehandelten Patienten
mit einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom
eingeschränkt sein kann (He et al. 1988).
Weiterhin treten im Schlaf aufgrund der
wiederholten Atemstillstände immer
wiederkehrende, meistens nicht bewußt
wahrgenommene Weckreaktionen auf, die dazu
führen, daß der Schlaf seine ausruhende
Funktion verliert. Die Folgen sind u.a.
Tagesmüdigkeit, plötzlicher Einschlafzwang
und Konzentrationsstörungen sowie
morgendliche Kopfschmerzen, depressive
Reaktionen und Potenzstörungen. Häufig geben
die Patienten neben den Kardinalsymptomen
lautes und unregelmäßiges Schnarchen sowie
ausgeprägte Tagesmüdigkeit eine vermehrte
Neigung zu „Beinahe-Unfällen" an wie:
„Zweimal bin ich kurz vor der Leitplanke
wieder aufgewacht.
Meine drei Kinder saßen einmal sogar mit
im Auto."
Zur Abklärung sind neben der
Krankheitgeschichte ambulante
Voruntersuchungen zur Messung der
Sauerstoffwerte im Blut ähnlich dem
Langzeit-EKG geeignet. Abb. 3 zeigt eine
typische Registrierung einer Pulsoximetrie
eines Patienten mit einem obstruktiven
Schlafapnoe-Syndrom.
Abb. 3: Nächtliche Pulsoximetrie bei
obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom mit sog. „zyklischen",
d.h. kurzdauernden (kürzer als 3 Min.)
Abfällen der Sauerstofsättigung und
deutlichen Schwankungen der Herzfrequenz
Falls die Krankheitsgeschichte typisch ist
und auch der Befund der ambulanten
Aufzeichnung im Schlaf für wiederholte
Atemstillstände im Schlaf spricht, muß eine
weitergehende Abklärung der Schlafapnoe im
Schlaflabor eines Schlafzentrums erfolgen. Bei
den hier durchgeführten Untersuchungen
handelt es sich apparativ und personell um
eine vergleichsweise aufwendige Diagnostik,
die jedoch für den Patienten ungefährlich
und subjektiv gut tolerierbar ist. Die
Polysomnographie (Schlaflabor-Diagnostik)
dient der Registrierung der Schlaftiefe sowie
der Atmungs- und Kreislauffunktionen bei
Nacht. Häufig schließen sich weitere
Meßnächte für die sog. CPAP-Therapie
(kontinuierliche positive Überdruckatmung
über Nasenmaske) an, die die bis zu
hundertmal in der Stunde auftretenden
Atemstillstände verhindert. Die Patienten
werden im Schlaf durch ständig anwesende
technische Assistenten zusammen mit den
behandelnden Ärzten überwacht. Tagsüber
erfolgt dann eine EDV-gestützte Auswertung
der nächtlichen Messungen. Die seit ca. 15
Jahren zur Verfügung stehende CPAP-Therapie
war es, die das obstruktive
Schlafapnoe-Syndrom zu einer vergleichsweise
einfach und dauerhaft behandelbaren Erkrankung
gemacht hat, von der bereits mehrere Tausend
Patienten allein in Deutschland profitieren.
Um sich auch tagsüber einen Eindruck
darüber zu verschaffen, wie ausgeprägt die
Einschlafneigung des Patienten ist, werden in
schlafmedizinischen Zentren verschiedene
Vigilanztests (Wachheitstests) durchgeführt,
die dann auch eine Beschreibung der Störung
in qualitativer und quantitativer Hinsicht
erlauben. Ebenso wird die Einschlafzeit am
Tage ermittelt, um zu objektivieren, daß eine
erhöhte Schlafneigung besteht. Diese
Untersuchungen sind besonders dann von
größter Bedeutung, wenn aufgrund der
beruflichen Tätigkeit (z.B.
Berufskraftfahrer) ein Schlafapnoe-Patient
durch seine Einschlafneigung Situationen mit
Selbst- und Fremdgefährdung ausgesetzt wird.
Unter einer adäquaten Therapie kann dann mit
den genannten Methoden objektiviert werden,
daß die Einschlafneigung nicht mehr besteht
und somit der bisherige Beruf ohne ein
höheres Unfallrisiko wieder ausgeübt werden
kann.
Zusammenfassend zeichnet sich das
obstruktive Schlafapnoe-Syndrom durch die drei
Faktoren aus: erkannte Gefährlichkeit, gute
Diagnostizierbarkeit und gute
Therapierbarkeit. Angesichts seiner
Häufigkeit, insbesondere aber seiner
erkannten Auswirkungen auf das
Herzkreislaufsystem sollte diese Erkrankung
zunehmend in das differentialdiagnostische
Repertoire aller Ärzte aufgenommen werden.
Für die Verfasser:
Priv.-Doz. Dr. med. K. Rasche
Anmerkung:
Nähere Literaturangaben beim Verfasser
erhältlich